Über die Zeit–So sprach die MARSCHALLIN

Die Zeit im Grunde, Frankie , die Zeit, die ändert doch nichts an den Sachen.

Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie. Sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen. In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie, in meinen Schläfen fliesst sie. Und zwischen mir und dir da fliesst sie wieder, lautlos, wie eine Sanduhr.

Oh, Frankie! Manchmal hör’ ich sie fliessen – unaufhaltsam.

Manchmal steh’ ich auf mitten in der Nacht und lass die Uhren alle, alle stehn. Allein man muss sich auch vor ihr nicht fürchten. Auch sie ist ein Geschöpf des Vaters, der uns alle erschaffen hat.

Aus dem Rosenkavalier, Akt I

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